Schloss
Forchtenau



Auch in der Ortschaft Forchtenau stand einst ein kleines Schloss.

Dieses war aus Holz gebaut und von einem Weiher umgeben. Hans III. und Wolfgang I. von Tannberg kauften es im Jahr 1417. Gundaker von Tannberg ließ ein neues Schloss mit Türmen außerhalb des Weihers errichten. Im Jahr 1676 erwarb es Graf Ferdinand Franz Albrecht von der Wahl. Später wurde es leider abgerissen.


Die Teufelssage von Forchtenau

An der Stelle der heutigen Ortschaft Forchtenau breitete sich vor vielen, vielen Jahren ein großer Sumpf aus. In mühevoller Arbeit wurde er trockengelegt. Später ließ sich hier ein Graf ein Schloss aus Holz bauen. In der Umgebung des Schlosses siedelte er Leute an, die für ihn arbeiten mussten. Sie fürchteten Ihren Grundherrn, denn er war sehr launenhaft und böswillig.

Es war an einem sehr stürmischen Novemberabend. Der Graf saß beim Schein einer Kerze in seinem Zimmer. Eben trat der Diener ein und brachte ihm den Abendtrunk. Im Schloss selbst war inzwischen alles still geworden. Draußen aber pfiff der Wind und der Regen klatschte an die Fensterläden. Plötzlich begann es zu sausen und zu brausen. Es brüllte und tobte durch die Luft, dass sich Mensch und Tier angstvoll versteckten.

Der Graf aber fürchtete sich nicht. Er wusste, dass das die „Wilde Jagd“ war, die mit dem Teufel durch die Lüfte saust. Er öffnete sogar das Fenster und er sah, wie der Böse auf einem Ziegenbock um die Türmchen der Burg ritt. Mit der Peitsche trieb er sein hässliches Gefolge an. Das gefiel dem Grafen und er lachte auf. Plötzlich warf ihm der Teufel ein Hirschgeweih um den Hals. Nun konnte er sich nicht mehr bewegen, musste beim Fenster stehen bleiben und zuschauen, wie der Teufel weiterhin mit ihm sein böses Spiel trieb. Das war so grausig, dass der Graf bald tot zu Boden sank.

Am nächsten Tag erfuhr die Nachbarschaft vom schrecklichen Tod ihres Herrn. Ein alter Mann sagte, was alle dachten: „Jetzt hat ihn der Teufel geholt.“ Seither hat man von der „Wilden Jagd“ nichts mehr gehört.


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