Kleine Geschichten aus vergangenen Tagen

 

Das Marktrecht

Um 1400 entstand aus der Hofmark der Markt Aurolzmünster. Er hatte eine günstige Lage und ein Schloss.
Hans Heinrich II. von Tannberg dürfte vom Herzog Heinrich von Bayern die Erhebung zum Markt erwirkt haben. Es durften zwei Jahrmärkte und zwei Wochenmärkte abgehalten werden.

In den Markt führten drei Markttore:

        das Tor und Torhaus gegen Eitzing
        das Mühltor und Torhaus gegen Utzenaich
        das Rieder Tor

 

Heuschreckenschwärme in Aurolzmünster

In den Jahren 1337 und 1340 traten in den hiesigen Gegenden und im anschließenden Bayern riesige Heuschreckenschwärme auf. Diese sind in drei Gruppen aufgetreten und haben das ganze Land in unvorstellbarer Weise verwüstet. Schwärme von 10 Stunden Länge wurden beobachtet. Nur der Weinstock (damals wurde bei uns Wein angebaut) ist von ihnen verschont geblieben. Die Winterkälte schadete ihnen nicht. Hühner in großen Mengen wurden zur Vernichtung eingesetzt. Die Krähen, Dohlen, Häher und Störche halfen mit. Den Rest tötete ein starker Schneefall am Tage nach St. Lukas anno 1338.

 

Zwei Ernten in einem Jahr

Das Jahr 1420 ist wegen seiner besonderen Fruchtbarkeit zu erwähnen.
Da die Ernte um Magdalena (22. Juni) schon vollständig eingebracht war, probierten die Bauern eine zweite Aussaat mit dem herrlichsten Erfolg. Im schönen Spätherbst wurde das ganze Getreide der zweiten Saat noch vollreif und gut eingebracht.

 

Die Pest in Aurolzmünster

Arg wütete die Pest zur Zeit des 30-jährigen Krieges in unserer Heimat. Sie war eine sehr gefürchtete, ansteckende Krankheit und wurde auch der "Schwarze Tod" genannt. Viele Menschen starben.
In Aurolzmünster wurden die vielen Toten in ein gemeinsames Grab auf dem Hundsschlagerfeld außerhalb des Ortes geworfen.. Auf dieses Pestgrab baute man die Pestkapelle.
Die Leute gelobten, den Pestpatronen Sebastian und Rochus eine Kirche zu bauen.. Sie entstand zwischen 1635 und 1638 und wurde "Sebastianikirche" genannt.

 

Die Geschichte von der Frau Doblinger

Die alte Doblingerin klagte eines Abends ihrer Nachbarin über starke Kopfschmerzen. Sie legte sich ins Bett. Als am nächsten Morgen die Nachbarin an der Tür der kranken Frau horchte, war es still und nichts rührte sich im Zimmer. Sie meinte, dass die Doblingerin an der Pest gestorben sei und malte das Pestkreuz an die Haustür.
Bald kamen die Pestträger mit dem Leiterwagen am Haus vorbei. Sie gingen hinein, hoben die Doblingerin mit dem Leintuch aus dem Bett und brachten sie mit den anderen Pesttoten zum Pestgrab auf dem Hundsschlagerfeld.
Dort erwachte die Frau aus ihrem tiefen Schlaf. Sie war ganz mit Kalkwasser bespritzt und sah, dass sie unter vielen Leichen in der Pestgrube lag. Vom Entsetzen gepackt raffte sie sich auf, kletterte mühsam aus der Grube und eilte heim.
Als sie zur Nachbarin kam, fing diese zu schreien an. Sie meinte, den Geist der Nachbarin vor sich zu sehen. Als die Totgeglaubte zu reden begann, kam ihr die törichte Voreiligkeit zu Bewusstsein und sie bat die Doblingerin um Verzeihung.

 

Hungersnot

1816 brach im Innviertel eine große Hungersnot aus, da der Rest des Kriegsgetreides von Spekulanten und Wucherern aufgekauft wurde.
Zur Erzeugung von Brot wurde von der Regierung folgendes Gemisch behördlich angeordnet:
Ein Drittel Korn, ein Drittel Gerste und ein Drittel Erdäpfelmehl. Die ärmeren Leute kochten Brennnesseln, mengten Kleie darunter und haben sich daraus Brot gebacken.
Viele Menschen starben an Hunger und ungenügender schlechter Ernährung.

 

Die Pulvermühle

Ein brisantes Bauwerk stellte einst die Pulvermühle in Forchtenau dar. Am 25. Mai 1878 kam es zu einem verheerenden Brand und sie flog in die Luft. Die Erschütterungen waren bis St. Martin spürbar.
Sie wurde wieder aufgebaut und diente später als Öl- und Kittwarenfabrik, ehe sie 1912 abermals abbrannte.


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